Albanien - eine Reise durch Jahrtausende

Einzigartige Stätten der Geschichte erleben

4. - 14. November 2025

Die Reise fand in der ersten Novemberhälfte 2025 statt. Mit einer Reiseteilnehmerzahl von nur 8 Mitreisenden bestand das sehr angenehme Reiseformat einer Kleingruppe. Ausgehend von der auch nur kleinen, aber gut vernetzten Agentur, die für diese Reise verantwortlich zeichnet, bestand hier auch eindeutig eine Stärke der Gruppe mit ihren Führern (ein deutscher und ein albanischer Guide) darin, kurzfristig umzuplanen zu können, wenn erforderlich und z. B. flexibel Programmtermine zu verschieben, wenn nötig, damit z. B. durch Dunkelheit oder Schließungen nichts entfallen musste.

 

Etwas skeptisch bezüglich des Wetters zum späten Reisetermin wurde man jedoch rasch eines Besseren belehrt. Bis auf den Ausflug in den Nordosten in Richtung Nordmazedonien mit gut drei Tagen schlechterem Wetter (auch Regen) hatten wir im Anfangs- und Endteil der Reise noch ein sehr angenehmes Klima bis 20 ° Celsius und Sonnenschein.

 

Die Reise besaß ein stringentes Programm mit vielen Anlaufpunkten und Sehenswürdigkeiten. Archäologische Sites wie Byllis oder Apollonia vor grandioser Bergkulisse in schönster Naturlage bildeten absolute Highlights dieser weitgehend archäologisch orientierten Reise. Und Highlights erwarteten einen nicht wenige (z. B. Butrint und Antigoneia).

 

Hervorzuheben ist unbedingt auch der Besuch der königlichen Felsengräber von Selca e Poshtme, die sich mit etwas abenteuerlicher Anfahrt, welcher der einheimische Fahrer aber wie immer exzellent meisterte, in anderen Reiseprogrammen nicht finden lassen. Ebenfalls waren einige Festungsanlagen mit antikem Kern und jüngerem aufgehendem Mauerwerk vertreten, die – baulich vielleicht weniger spannend - vor allem wieder herrliche Panoramen des umgebenden Landes lieferten.

 

Neben antiken Stätten kamen auch mittelalterliche bis neuzeitliche sakrale Anlagen verschiedener Konfessionen mit z. T. atemberaubenden Fresken nicht zu kurz. Von den Museen waren – wie vorab bekannt – einige geschlossen. Überaus interessant war auch das weltgrößte Museum für Ikonen in Korça (zusätzlich ins Programm aufgenommen). Das alte Archäologische Museum in Tirana mit der Crème der albanischen Funde stellte in puncto Vitrinen, Licht, Beschilderung, Beschriftung und Aufarbeitung/Erklärung wie auch sämtlicher fehlender Museumsdidaktik – abgesehen von den Funden natürlich - allerdings ein trauriges Überbleibsel alter Zeit dar. Es soll jedoch in den kommenden Jahren komplett neugebaut und aufgestellt werden.

 

Aber auch ein Rundgang durch das moderne Zentrum und Regierungsviertel von Tirana mit der entsprechenden interessanten Architektur hatte seinen Reiz. So sorgte das seinerzeit von seiner Tochter entworfene moderne riesige Mausoleum in Pyramidenform für den damaligen Diktator Enver Hoxha mitten in der Stadt für Staunen und Kopfschütteln. Es wurde übrigens nie seiner Bestimmung übergeben.

 

Ein weiterer absoluter Pluspunkt bestand in der angebotenen, inbegriffenen Kulinarik. Es wurde in verschiedenen Lokalitäten einheimisch albanische Küche serviert, mit vielfältigen herrlichen Vorspeisen und nachfolgenden Fleisch- oder Fischgerichten und Nachspeisen. Absolut unübertroffen war ein Slow-Foot-Essen auf einem Weinbergbetrieb mit Kürbisanbau und Gänsezucht. Was da in diversen Vor-, Haupt- und Nachgängen und möglichem Zugriff auf dazu passenden Wein oder andere Getränke als eines von zwei zusätzlichen Mittagsessen in nettem Ambiente aufgetischt wurde, stellte ohne Zweifel einen weiteren absoluten Höhepunkt der Reise dar. Hier bestand auch die – völlig zwangsfreie – Möglichkeit, die vor Ort produzierten Weine oder etwa köstlichen Wurst- und Käsespezialitäten zu erwerben (bei letzten probieren möglich!).

 

Auch das zweite Mittagessen mit Wildkräutersalat, kaltem eingelegten Löwenzahngemüse, Brennessel-Käse-Teigtaschen, frisch geknetetem Ziegenkäse aus dem Ziegenhautsack, einem Lammfleischgang mit Reis und eine auberginenbasierte Süßspeise mit seinem schon wirklich etwas alternativen Touch bestach durch seine Singularität – sowas bekommt man nicht alle Tage serviert!

Die Reiseleitung erwies sich als kompetent und wissensreich. Besonders aber der einheimische Führer, von Haus aus Archäologe in zweiter Generation, glänzte durch umfangreiche teils sogar Insiderinformationen, er war/ist selbst auch jahrelang auf Grabungen tätig gewesen und erwies sich als ein Füllhorn an Hinweisen zur Geschichte und Land und Leuten Albaniens. Seine sehr freundliche und stets hilfsbereite Bereitwilligkeit, über sein Land zu informieren oder den Reisenden bei kleinen „Problemchen“ zu helfen, war eine Freude. Da, wo andere Reisegruppen sicherlich manchmal vor verschlossenen Türen standen, konnte unser Guide durch seine guten Kontakte oft weiterhelfen.

 

 Auch die Hotels, in denen die Reisegruppe jeweils untergebracht war, besaßen alle einen guten Standard und lieferten morgens in der Regel ein üppiges Frühstück, für das auch jeweils genug Zeit eingeplant war – nicht unwichtig, denn eine Studienreise ist auch Urlaub!

Fazit: Die Reise hat sich sehr gelohnt – und das landschaftlich abwechslungsreiche und geschichtsträchtige Albanien ist (mehr als) eine Reise wert.

 

 

Dr. Andreas Selent, Salzgitter